Messerstecherei im Rotlichtmilieu Ixheimer Straße

Schauplatz Ixheimer Straße, dem Zentrum des Zweibrücker Rotlichtmilieus, vor der Bar „Papa-Club“: Ein 20 Jahre alter amerikanischer Soldat aus Texas ersticht auf offener Straße den 22-jährigen Hilfsarbeiter Georg Grün. Heinrich Schmidt (38) wird schwer, ein weiterer US-Soldat leicht verletzt.

In weiblicher Begleitung verlässt der Täter den Tatort, als ob nichts geschehen wäre: Diese Messerstecherei war es, die in Zweibrücken heftige Diskussionen über die Szene an einschlägigen Etablissements, Prostitution und der zugehörigen Infrastruktur auslöste. "Seit mehreren Jahren schon ist die Ixheimer Straße zur Straße der Bars und der Unruhe geworden", fasste der "Merkur" die Situation zusammen. Während der Auftrag für den Wiederaufbau der kriegszerstörten Karlskirche "im alten Stil" vergeben wurde, begann auf der Balustrade der Schlossfront die Montage des neuen Figurenschmucks.

1964

Lange diskutiert und heftig umstritten waren die Skulpturen, welche die christlichen Tugenden Tapferkeit, Treue, Hoffnung, Klugheit, Wahrheit, Weisheit oder Liebe symbolisieren. Diese wurden zunächst nämlich nur als Attrappen aus Gips auf der Attika montiert. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte dann ein Bildhauer ans Werk, um die endgültigen Modelle aus Sandstein zu meißeln. Beim österlichen Taufgottesdienst in der Friedenskirche in Ixheim wurde ein neues Taufbecken seiner Bestimmung übergeben. Der ortsansässige Bildhauer Erich Pursche hatte die Schale ganz modern aus Mainsandstein gestaltet und anlässlich der Taufe seines Enkels gestiftet. Der Entwurf dafür stammte von dem Architekten Hans Georg Fiebiger aus Kaiserslautern, der das Ixheimer Gotteshaus auch geplant hatte.

Die Fasanarie war Schauplatz der Klausurtagung, zu der die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag nach Zweibrücken gekommen war. Helmut Kohl, der damalige Fraktionsführer, wertete es als ein "gutes Omen", dass die Christdemokraten von schwarzen Schwänen auf dem Fasanerieweiher empfangen worden waren. Auf der Tagesordnung der Landtagsabgeordneten stand auch ein ausgiebiges "Sightseeing"-Programm, in dessen Verlauf unter anderem das Trakehnergestüt Birkhausen und das Zweibrücker Landgestüt Stationen waren. Auch die Dingler-Werke wurden in Augenschein genommen, während der Besuch der Schlossbaustelle aus Zeitgründen ins Wasser fiel.

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