Chewbaca lebt

Warum Chewbacca auch gut mit Yetis kann

Chewbacca posiert gerne mal für Fotografen, so wie hier 2018 in Cannes mit Regisseur Ron Howard. Aber was ist der riesige „Star Wars“-Wuschel eigentlich? Affe? Mensch? Hund? Ein französischer Paläontologe hat eine Antwort. FOTO: dpa / Vianney Le Caer

Nancy. Der Paläontologe Jean-Sébastien Steyer lüftet mit Methoden der Evolutionswissenschaft einige gut bewahrte Geheimnisse der Popkultur.

Spock, Totoro oder Chewbacca – der französische Paläontologe Jean-Sébastien Steyer analysiert fantastische Kultfiguren rein wissenschaftlich, als wären es fossile Funde. In seinem Buch „Anatomie comparée des espèces imaginaires“ konnte er so etwa den japanischen Animeknuff Totoro, einen Baumgeist mit Kaninchenohren, als Säugetier-Vogelmix entlarven: Totoro kommt einem meerschweinchenartigen Schliefer nahe, muss aber aufgrund seiner Fliegerei hohle Knochen und Luftsäcke wie ein Vogel haben. Weil sein für heute geplanter Vortrag im Botanischen Garten in Nancy entfällt, stellt der Wissenschaftler des Pariser Naturkundemuseums im Interview vor, was er indes über den „Star Wars“-Helden Chewbacca herausgefunden hat.

Wie werden in der Paläontologie reale fossile Arten rekonstruiert?

JEAN-SÉBASTIEN STEYER Paläontologen, die an fossilen Wirbeltieren arbeiten, haben oft nur Skelettreste oder fragmentarische Zähne, aber diese Überreste sind, sogar nur in Teilen, sehr nützlich und sehr bedeutsam: Wenn ein Muskel während der Fortbewegung sehr beansprucht wird, ist besonders seine natürliche Bindung an das Skelett, der Knochenfortsatz wichtig. Die Form des Knochenfortsatzes liefert daher Informationen über die Silhouette des ausgestorbenen Tieres. Das Gleiche gilt für die Zähne: Ein Fleischfresser hat nicht das gleiche Gebiss wie ein Pflanzenfresser. All diese Informationen werden bei Rekonstruktionen berücksichtigt. Fehlende Bruchstücke werden durch die am nächsten verwandte bekannte Art vervollständigt.

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