Luxemburgs Alt-Großherzog Jean

Jean, ein „Held der Nation“ ohne Skandale

Der Alt-Großherzog Jean pflegte auch enge Beziehungen zum englischen Königshaus. Am Dienstag starb er an einer Lungenentzündung. FOTO: dpa / Patrick Van Katwijk

Luxemburg. Der Alt-Großherzog von Luxemburg ist mit 98 Jahren gestorben. Als überzeugter Europäer war er im In- und Ausland beliebt.

Im Kreis des Hochadels war sein Platz immer in der ersten Reihe: Auf Tuchfühlung und Augenhöhe mit den anderen Königinnen und Königen Europas, vor allem aber mit der englischen Monarchin. Altgroßherzog Jean von Luxemburg, von 1964 bis zur Abdankung im Jahr 2000 Staatschef, war als Mitglied des Hauses Nassau-Weilburg und „Königliche Hoheit“ zeitlebens einer der diskretesten und unauffälligsten Royals. Ein Mann ohne Skandale. Jetzt ist er im Alter von 98 Jahren nach einer Lungenentzündung gestorben. Sein Sohn und Amtsnachfolger Henri teilte den Tod am Dienstag mit. Wenn Jean bei der jährlichen Geburtstagsparade von Königin Elizabeth II. in der Uniform eines Oberst der Irish Guards direkt hinter der Queen ritt, zeigte dies die ganz besonders engen Beziehungen der beiden Königshäuser. Später wurde er sogar Ehrengeneral der britischen Armee.

Jean war kurz vor Ostern wegen einer Lungeninfektion in ein Luxemburger Krankenhaus eingeliefert worden. Wenige Tage später teilte der Hof mit, dass sich sein Gesundheitszustand verbessert habe, er aber unter Beobachtung stehe. An Ostermontag gab der Hof die Verschlechterung des Gesundheitszustandes bekannt.

Premier Xavier Bettel Bettel würdigte den früheren Großherzog als „Held, ein Symbol der Nation“. Auch EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker, der viele Jahre als luxemburgischer Premier noch mit Großherzog Jean zusammengearbeitet hatte, würdigte ihn als „Mann der Tat, der Güte und des Mutes“, dessen Tod ein großer Verlust für Luxemburg und Europa sei.

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