Justiz

Terrorverdächtige aus Saarlouis vor Gericht

In diesem Haus in der Saarwellinger Straße in Saarlouis-Roden haben zwei der Syrer gewohnt. FOTO: BeckerBredel

Koblenz/Saarlouis. Anklage gegen drei eingereiste Syrer, die in Saarlouis gewohnt haben: Zwei sollen für die Terrormiliz IS gekämpft haben, der dritte für eine andere Terrorgruppe. Nun ist das Oberlandesgericht Koblenz am Zug.

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat Anklage gegen drei syrische Terrorverdächtige erhoben. Die Männer im Alter von 27, 23 und mutmaßlich 22 Jahren sollen Mitglieder in terroristischen Vereinigungen vor allem in Syrien gewesen sein, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Die Angeschuldigten hatten gemeinsam in einer Wohnung in Saarlouis gelebt. Am 12. April nahmen Spezialeinheiten das Trio in Roden und Dirmingen fest (wir berichteten). Seitdem sitzen die jungen Syrer in Gefängnissen in Rheinland-Pfalz in Untersuchungshaft.

Die Vorwürfe gegen sie hängen laut Generalstaatsanwaltschaft nicht zusammen. Daher müssten am Oberlandesgericht Koblenz drei verschiedene Hauptverfahren laufen. Über deren Eröffnung hat das Gericht noch nicht entschieden. Zunächst müsse der Bundesgerichtshof in Karlsruhe über die Fortdauer der Untersuchungshaft entscheiden. „Die Akten sind sehr umfangreich“, sagte der Ständige Vertreter des Koblenzer Generalstaatsanwalts, Mario Mannweiler. Einen Prozessbeginn in wenigen Wochen halte er für unwahrscheinlich.

Die drei Syrer waren 2015 oder 2016 als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen, hatten hier Asyl beantragt und waren zufällig in Saarlouis in dieselbe Unterkunft eingewiesen worden. Erkenntnisse, dass sie in Europa Anschläge geplant hätten, gibt es laut Mannweiler nicht. Die Vorwürfe der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor der Einreise nach Deutschland ermittelten die Landeszentralstelle Rheinland-Pfalz für die Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus sowie der saarländische Staatsschutz.

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