Ein Jahr Gelbwesten in Lothringen

Gelbwesten feiern Geburtstag am Kreisel in St. Avold

St. Avold.

Am Rathaus von St. Avold, am Kreisel im Forbacher Industriegebiet, auf der Autobahn Richtung Luxemburg und am Grenzübergang Goldenen Bremm: Im vergangenen Winter waren die sogenannten Gelbwesten in Lothringen nicht zu übersehen. Bei Regen, Sonnenschein oder Glatteis – es verging kein Samstag, ohne dass sie auf der Straße ihre Unzufriedenheit demonstrierten. Vor allem im Département Moselle, wo die Arbeitslosigkeit bei über acht Prozent liegt, war die geplante Erhöhung der Kraftstoff-Steuer die Initialzündung für die Bewegung.

Wer noch einen Job hat, muss hier nicht selten viel Auto fahren, zum Beispiel nach Luxemburg. So gelang es der Gelbwestenbewegung, in Grenznähe viele Anhänger zu mobilisieren. Doch ein Jahr nach einem starken Start ist es um die Gelbwesten im Département Moselle ruhiger geworden. Während sich am 17. November 2018 laut der Präfektur in Metz zwischen 1000 und 1500 Demonstanten an Aktionen in 15 Kommunen beteiligt hatten, fanden am vergangenen Samstag nur noch drei Demonstrationen mit insgesamt 36 Teilnehmern statt.

Nicht immer liefen die Proteste im grenznahen Gebiet friedlich. „Vor allem bei den nicht angemeldeten Demonstrationen wurden regelmäßig Sachbeschädigungen begangen. Außerdem gab es Fälle von Brandstiftungen und Gewalt gegenüber der Polizei“, teilte die Präfektur auf Anfrage mit. 2018 seien 82 Menschen im Zuge von Gelbwesten-Aktionen vorläufig festgenommen worden. 2019 waren es 63.

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