Über den Ausgang des neuen Verfahrens zeigte sich der Generaldirektor von Greenpeace Frankreich, Jean-François Julliard, zwar nicht erfreut, aber doch erleichtert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. „Indem sie die Haftstrafen aufgehoben haben, haben die Richter gezeigt, dass sie für unsere Argumente empfänglich waren“, teilte er mit. „Dennoch bedauern wir, dass unsere Aktivisten, die für das Allgemeinwohl gehandelt haben, um auf die Risiken in den französischen Atomkraftwerken hinzuweisen, nicht freigesprochen wurden.“

Demnach überlegt Greenpeace, Revision gegen das Urteil einzulegen. Diese Aktion des zivilen Ungehorsams sei notwendig gewesen, da der Kernkraftwerksbetreiber EdF und der Staat nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen hätten, um für Sicherheit zu sorgen. „Solange werden wir unsere Rolle als Whistleblower weiterhin wahrnehmen“, sagte Julliard.


Die Sicherheit in Cattenom wird immer wieder in den Nachbarländern Luxemburg und im Saarland kritisiert. Die Anlage wurde 1986 in Betrieb genommen. Ursprünglich sollte sie maximal 40 Jahre am Netz bleiben. Doch der Betreiber plant mit einer Laufzeit bis 2048. Die vier Blöcke mit jeweils 1300 Megawatt Leistung produzieren allein fast zehn Prozent des französischen Atomstroms.

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