Sexueller Missbrauch von Kindern

Prozessauftakt gegen Kita-Fahrer

Saarbrücken . Die Kinder vertrauten dem Mann. Das soll er ausgenutzt haben, um mehrere Mädchen sexuell zu missbrauchen. Jetzt wird ihm der Prozess gemacht.

Wegen sexuellen Missbrauchs von vier behinderten Kindern in 97 Fällen muss sich ein 71-jähriger Saarläner seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Der Rentner war bis zu seiner Inhaftierung im Sommer 2019 als Fahrer für einen Fahrdienst im Landkreis Saarlouis tätig. In dieser Eigenschaft transportierte er behinderte Kinder eines Kindergartens der Lebenshilfe in Saarwellingen. Er war deshalb eine Vertrauensperson für die Kleinen. Diese Position hat er offenbar ausgenutzt: Insgesamt vier Mädchen soll er zwischen Dezember 2015 und Juni 2019 sexuell missbraucht haben. Das jüngste Kind war zu Beginn der Übergriffe noch keine vier Jahre alt.

Laut Anklageschrift begannen die Taten Mitte Dezember 2015. Insgesamt elf Seiten füllen die Details der zum großen Teil schweren sexuellen Übergriffe gegen die kleinen Mädchen. Der Angeklagte hatte alles jeweils auf Fotos oder Videos mit einer Kamera festgehalten. Auf der Basis dieser Aufnahmen – die im Sommer 2019 zufällig entdeckt worden waren – konnten die Ermittler jeden einzelnen Übergriff genau rekonstruieren. Diese Einzelheiten schockierten auch die Prozessbeobachter.

Der 71-Jährige kam im Juni 2019, unmittelbar nach dem Entdecken der ersten Bilder, in Untersuchungshaft. Er hat die Taten am ersten Prozesstag gestanden. Im Verlauf des auf drei Tage angesetzten Prozesses soll nun geklärt werden, ob der Mann für sein Tun strafrechtlich verantwortlich ist oder nicht. Außerdem wird sich vor dem Landgericht entscheiden, ob er zum Schutz der Allgemeinheit auf Dauer eingesperrt werden muss.

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