Atomkraft

Großes Rätselraten um Pläne für Cattenom

Saarbrücken/Trier/Cattenom. Der Energiekonzern EDF will Grundstücke neben den vier Reaktoren kaufen. Aber wozu? Atomkraft-Gegner fürchten Schlimmes.

Es hat wohl keiner ernsthaft damit gerechnet, dass der französische Staatspräsident Emmanuel Macron die baldige Schließung des grenznahen Kernkraftwerks Cattenom verkünden würde. Bis 2025 sollen 14 der insgesamt 58 Reaktoren im Nachbarland abgeschaltet werden. Cattenom gehört allerdings nicht dazu. Für die seit 1986 laufende Anlage gibt es keine Abschaltperspektive.

Im Gegenteil: Laut französischen Medienberichten beabsichtigt der Kraftwerksbetreiber, der französische Energiekonzern EDF, Grundstücke neben den vier Reaktoren zu kaufen. Der Direktor der Anlage, Thierry Rosso, sagte der Tageszeitung „Le Républicain Lorrain“, die EDF kaufe rund um die Anlage „mehrere Hundert Hektar“ Grundstücke für Projekte, die „morgen entstehen könnten“. Es gebe viele Möglichkeiten wie Photovoltaik-Anlagen oder Windräder, sagte Rosso. Bislang gebe es noch nichts Konkretes, man sei „einfach vorausschauend“.

Allerdings soll EDF angekündigt haben, an 18 anderen Standorten von Atomkraftwerken auf zusätzlich gekauften Flächen weitere Reaktoren zu bauen. Das Projekt läuft unter dem Titel „Die Zukunft vorbereiten“. Kritiker befürchten, dass die Grundstücke auch zur Lagerung abgebrannter Brennstäbe verwendet werden könnten.

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