Tierschutz

Der Orang-Utan-Botschafter im Rollstuhl

Auch eine Tierschutzorganisation wurde auf Benni Overs Engagement für die Orang-Utans aufmerksam und lud ihn 2016 in ein Rettungszentrum für die Menschenaffen auf der Insel Borneo ein. FOTO: Klaus Over

Niederbreitbach. Der 28-jährige Benni Over leidet an einer Muskelerkrankung – das hindert ihn nicht daran, sich für bedrohte Tiere einzusetzen.

Obwohl Benni nur noch seine Finger bewegen kann, setzt sich der junge Mann für die Rettung von Orang-Utans ein. Der 28-Jährige aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz leidet an Muskeldystrophie Duchenne (schleichender Muskelschwund) und sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr im Rollstuhl. Doch das hindert ihn nicht, sich für die Rettung von Orang-Utans in Südostasien einzusetzen. Auf die Idee kam er nach einem Besuch im Berliner Zoo. „Da hat er sein Herz an diese Tiere verloren“, erklärt sein Vater, Klaus Over. „Besonders der kleine Orang-Utan Bulan hatte es Benni angetan. Weil der so viel Blödsinn getrieben hat, etwa seinen Eltern weggelaufen ist und so verspielt war. Das hat Benni wirklich das Herz geöffnet.“

Der erste Kontakt mit den orangefarbenen Menschenaffen hat einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass der junge Mann keine Ruhe mehr fand und sich intensiv über die Situation der Tiere sowohl in den Zoos als auch im Regenwald informiert hat. „Dabei ist er darauf gestoßen, dass die Affen akut vom Aussterben bedroht sind, wegen der Abholzung des Regenwaldes“, sagt Klaus Over. Um ein Bewusstsein für die Tiere und deren Situation zu schaffen, kam Benni auf die Idee, ein Kinderbuch über Orang-Utans zu entwerfen. Und nannte es „Henry rettet den Regenwald“. Mit diesem Buch will Benni Fakten über die Menschenaffen und die Abholzung des Regenwaldes kindgerecht aufbereiten, um bereits bei Grundschülern ein Bewusstsein für das Thema zu wecken.

Bei der Umsetzung dieses Vorhabens halfen ihm seine beiden Pflegerinnen Kathrin Britscho und Birgit Saftig. Britscho malte die Bilder, welche dann von Benni koloriert wurden. Birgit Saftig half bei der Recherche der Fakten und der Gestaltung des Inhaltes. Allerdings kam es anders als geplant. Denn aus dem Buch wurde zunächst ein Comicfilm, mit der Hilfe von Steffen Griesinger, ein befreundeter Medienpädagoge und Leiter des Hauses der Medienbildung in Ludwigshafen. Der Film wird seit 2015 an Grundschulen gezeigt und ist inzwischen ins Englische und Französische übersetzt worden. 2017 erschien dann das Buch zum Comic, und inzwischen arbeitet Benni mit seinem Team bereits an einem zweiten Teil.

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