Das nachbarland unter Ausgangssperre

Frankreichs Krieg gegen das Virus

Gespenstische Ruhe herrschte am Dienstag vor dem Triumphbogen in Paris. FOTO: AP / Christophe Ena

Paris/Straßburg/Forbach. Am Dienstagmittag trat im Nachbarland die Ausgangssperre in Kraft. Präsident Macron will derweil der Wirtschaft aus der Corona-Krise helfen – ebenso wie dem Elsass.

Ungewohnte Hektik auf den Bahnhöfen in Paris. Wenige Stunden vor dem Einsetzen der Ausgangssperre um die Mittagszeit wollen viele Menschen am Dienstagmorgen die Millionenmetropole noch schnell verlassen. „Wir fahren zu unseren Eltern auf Land, das ist schöner, als hier die enge Stadtwohnung“, erklärte eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern im Schlepptau auf dem Weg zum Gare du Nord. Auch auf dem Gare de l’Est, von wo die Züge in Richtung Deutschland starten, ist viel Treiben. „Ich habe meine Tochter besucht, die hier lebt und vor einigen Tagen ein Kind bekommen hat“, sagt eine Frau aus der Nähe von Frankfurt. „Mein Zug wäre Ende der Woche gegangen, aber unter diesen Umständen habe ich schnell umgebucht.“

Angesichts dieser Reisewelle werden nun Sorgen laut, dass sich das Virus durch die aus der Stadt kommenden Menschen schneller im ganzen Land ausbreiten könnte. Aus diesem Grund begann die staatliche Bahn SNCF am Dienstag damit, die Langstreckenverbindungen mit TGV-Schnellzügen drastisch einzuschränken. Gesundheitsminister Olivier Veran wies darauf hin, dass die Einschränkungen für das öffentliche Leben an der Küste genauso gelten wie in Paris. Am Dienstag erklärte der Minister, dass die Sperre mindestens zwei Wochen dauern werde.

Wegen des Coronavirus hatte Präsident Emmanuel Macron am Montagabend in einer Fernsehansprache eine Ausgangssperre ab Dienstag, zwölf Uhr, verhängt. Für deren Überwachung sind über 100 000 Sicherheitskräfte mobilisiert worden. Innenminister Christophe Castaner appellierte am Dienstag noch einmal eindringlich an alle Franzosen: „Bleiben Sie zu Hause!“ Wer sich nicht an die Vorgaben hält, auf den warten empfindliche Strafen. Für Verstöße sollten die Bußgelder bald auf 135 Euro erhöht werden, derzeit drohen noch 38 Euro.

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