Jungen und Mädchen aus der Kita nicht betroffen

Ex-Kita-Erzieher wegen Besitzes von Kinderpornos verurteilt

Der Staatsanwalt betonte vor Gericht, die bei dem Erzieher beschlagnahmten Filme zeigten nicht nur irgendwelches „Posing“, sondern „Hardcore-Aufnahmen“ auch von Kleinstkindern. Das Gericht folgte seiner Forderung nach neun Monaten Haft auf Bewährung. FOTO: dpa / Britta Pedersen

St. Ingbert. Hardcore-Aufnahmen von Vier- bis Elfjährigen auf Speicherkarte des Homburgers in Bruchmühlbach-Miesauer Kindergarten gefunden. Richterin: „Ekelhaft.“

Ein damaliger Erzieher einer Kindertagesstätte in Bruchmühlbach-Miesau ist wegen des Besitzes von Kinderpornos zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 49-Jährige habe sich die Filme, die den Missbrauch von Kindern und Kleinkindern zeigen, aus dem Internet herunterladen, sagte Richterin Antje Sattler am Mittwoch am Amtsgericht St. Ingbert. Was da zu sehen sei, sei „einfach nur ekelhaft“. Es sei nicht nachvollziehbar, „wie man sich so etwas auch nur ausschnittsweise anschauen kann“.

Zuvor hatte der 49-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. „Es tut mir alles ganz furchtbar leid. Ich habe einen Riesenfehler gemacht“, sagte er. „So etwas wird mir nie wieder passieren.“ Er wisse selber nicht mehr, warum er sich so etwas angeschaut habe. Er beteuerte, nicht alle Filme gesehen zu haben. Er lasse sich seitdem psychotherapeutisch behandeln.

Insgesamt ging es um 20 Filmdateien auf einer Speicherkarte und sechs weitere auf seinem Laptop. Die missbrauchten Kinder seien zwischen „höchsten vier“ bis elf Jahre alt gewesen, so Staatsanwalt Markus Kehl. Die Filme zeigten nicht nur irgendwelches „Posing“, sondern „Hardcore-Aufnahmen“ auch von Kleinstkindern. „Es handelt sich um den Bodensatz der Pornografie“, sagte er, bevor er neun Monate auf Bewährung forderte. Die Verteidigung plädierte auf fünf Monate.

top