Limbacher Kerb

Klatsch und Tratsch bei der Kerweredd

Am Sonntag blickte Kerweparrer Kersten Venn (auf der Leiter) auf Kurioses und Skurriles in Limbach zurück. FOTO: Thorsten Wolf

Limbach. Limbach stand ganz im Zeichen der Kerb. Doch der Hammeltanz am Dienstag wurde von einem Unfall überschattet.

Wenn in Limbach die Straußbuwe und Straußmäde auf die Straße gehen, dann ist bereits der Herbst angesagt. Was sich die jungen Leute um Kerweparrer Kersten Venn mit Sicherheit gewünscht hätten, wäre eine Verlängerung des goldenen Oktobers gewesen. Stattdessen gab es gerade am Sonntag bei der Kerweredd auf dem Schulhof der Gemeinschaftsschule Limbach und am Schlussdienstag, dem Tag vom „Hammelausdanze“, heftiges Novemberwetter.

Doch wer die Limbacher Kerb kennt, weiß, dass man sich nicht vom schlechten Wetter die Stimmung vertreiben lässt. Der Weg von der Ortsmitte zum Schulhof brachte allerdings die eine oder andere Herausforderung mit sich – ob es nun am recht wuchtigen Kerwestrauß oder am kerwebedingten Zustand der Träger lag: Mehr als einmal machte sich die Farbenpracht selbstständig.

Auf dem Schulhof gab es für Kersten Venn dann nur einen Weg – nach oben auf die Leiter. Von da aus hatte er einen guten Überblick über die traditionell vielen Zuhörer, die erfahren wollten, was so an Kuriosem und Skurrilem in den vergangenen Monaten in Limbach passiert ist. Zu erzählen hatte Venn so einiges – während er mit kaltem Wind und Regentropfen zu kämpfen hatte. Natürlich drehte sich vieles um echte Insider-Geschichten im Ort, von charmanten Alkohol-Unfällen beim Sportfest bis hin zum neuen Stammtisch für Palatia-Vorstand Rudi Klaus – eine ungewöhnliche Baum-rundum-Konstruktion mit fast schon mystischer Entstehungsgeschichte. Aber natürlich bekam auch die Gemeinde ihr Fett weg. „Mei liewe Leid, was is denn heit nur in Limbach los. Erinnert ihr eich noch an die ‚Shit-happens-Stroß’?“, leitete Kersten Venn den kleinen Rundumschlag in Richtung Rathaus ein. „In de ganz Republik wurde ma ausgelacht – müsst man doch menne, da werd sich heit es bissche mehr Gedanke gemacht!“ Die Geschichte, die Venn aber dann erzählte, könnte man glatt als Beweis des Gegenteils verstehen. „In der Verwaltungsvorschrift, der STVO, steht genau drin, wie ein Schild zu stehen hat. Unn au wo. Höhe, Breite, Abstand – das kriehn ma hin. Noch was gehört dazu: Man muss es a siehn. Jetzt hat das Schild von der Schubert-Stroß uffem Grünstreife gestann – eh schöni, großi Heck direkt newe dran.“ Niemand hätte da ahnen können, dass eine solche Hecke ja auch wächst – so sehr, dass vom Straßenschild bald nichts mehr zu sehen gewesen sei. „Fleißige Mitarbeiter wurden dann entsandt, han sich der Sach angetun mit besondersch viel Verstand. Die Problematik hann se direkt gesiehn beim erschte Druffgucke. Da müsse ma nur das Schild abbaue und weiter no auße hucke.“

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