Schlossberg in Homburg

Ampel für den Aufzug springt auf Rot

Die touristische Neuerschließung von Schlossberg und Schlossberghöhlen soll mit einem Mehr an Touristen auch die Homburger Innenstadt stärken. So der Denkansatz. FOTO: Thorsten Wolf

Homburg. Stadtrat Homburg für touristische Aufwertung des Schlossberges. Schwerpunkt soll auf die Höhlen gelegt werden.

Der Stadtrat Homburg hat am Donnerstagabend keinen Bebauungsplan für die touristische Erschließung des Schlossbergs aufgestellt. Kurz nach 21 Uhr war klar: Es muss zunächst Klarheit geschaffen werden, was in den kommenden Jahren umsetzbar ist und was nicht. Zuvor wurde deutlich, dass der Zeitrahmenplan für die Umsetzung des sogenannten „Leuchtturmprojekts“ nicht eingehalten werden kann. Gefordert wäre gewesen, die Arbeiten bis Ende 2023 abzuschließen, um an die nötigen Fördergelder aus Brüssel zu kommen. Mit einem Bebauungsplan ist das nach Auffassung der Planer aber utopisch. Im Laufe der Diskussion im Rat wurde deutlich, dass es zwar Zustimmung dafür gibt, den Schlossberg – und hierbei insbesondere den Eingangsbereich der Höhlen – auszubauen und damit touristisch aufzuwerten. Der viel diskutierte Aufzug von der Altstadt hinauf auf den Berg dürfte aber wohl keine Mehrheit mehr finden. Bis zur nächsten Stadtratssitzung wollen die Fraktionen klären, wie ein Bebauungsplan genau aussehen könnte.

In der Ratssitzung sollte ursprünglich ein vorhabenbezogener Bebauungsplan „Touristische Erschließung Schlossberg“ aufgestellt werden. Zuvor stellte der Planer Roland Ecker vom Bauamt das umfangreiche Projekt am Homburger Hausberg noch einmal detailliert vor. Dabei spielte der geplante Aufzug über mehrere Etagen und Plattformen sowie eine direkte Anbindung zum künftig neuen Besucherzentrum der Höhlen die Hauptrolle. „Bei dem Vorhaben geht es um die Tourismusförderung. Der Zugang von der Altstadt steht dabei im Mittelpunkt. Die Planung unterliegt aber auch der demographischen Entwicklung. Ältere Leute könnten mit dem Aufzug leichter die Höhlen und die Hohenburg erreichen.“ Der Zugang zum Aufzug selbst sollte über die Fruchthallstraße verlaufen. Ecker ging aber auch auf den zwingend notwendigen Umbau des „großen Bruchs“ ein, der einsturzgefährdet sei und deshalb gestützt werden müsse. Vor dem Baustart müssten zahlreiche Behörden gehört werden, unter anderem nannte er das Oberbergamt, Saarforst und den Denkmalschutz – „keine einfache Sache“, meinte der Ingenieur.

Auch auf die Kosten ging er ein. Das Projekt, das über mehrere Bauabschnitte laufen sollte, bezifferte er auf 7,8 Millionen Euro, 20 Prozent müsste die Stadt an Eigenleistung übernehmen. Nach einer 2017 in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie sei bei Umsetzung der gesamten Maßnahme von einer Verdoppelung der Höhlenbesucherzahl auf 40 000 pro Jahr auszugehen. Diese Zahl wurde zu Glanzzeiten in der Vergangenheit schon deutlich übertroffen. Ein jährlicher Betriebskosten-Überschuss sei durchaus realistisch, liege bei angenommenen 26 000 Euro – im optimistischsten Fall. Es gebe aber auch pessimistische Einschätzungen, die von einem jährlichen Defizit von 78 000 Euro ausgingen.

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