Die Römer und der Regen

Hier, in der römischen Provinz

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Die Römer hatte es schwer erwischt, denn als sie für zwei Tage in Schwarzen­acker wiederauferstehen sollten, kübelte es gerade vom Himmel. Nun waren die echten Römer, die vor 2000 Jahren hier weilten, sowieso der Meinung, dass in der Urbs, der einzig wahren Stadt des Universums – also in Rom –, alles viel besser war als in Trier, Köln oder Xanten.

Besser als in Schwarzenacker allemal. Dabei hat es in dieser Woche in Rom und Neapel genauso geschüttet. Die einseitige Sichtweise, dass es immer da besser ist, wo man irgendwann mal war, aber nicht mehr ist, hat sich bis heute gehalten. Woran man sieht, dass menschliche Denkmuster nicht so leicht zu beseitigen sind. Heute würde man die Römer, die fern der Heimat lebten, als Expats bezeichnen. So soll es heutzutage in Homburg auch durchaus Expats geben, die es hier als provinziell empfinden und sich nach ihrem persönlichen Rom zurücksehnen. Wo man „good morning“ und nicht „gu morje“ sagte und alles viel besser war. Bis zu dem Tag, an dem man den angeblich so wunderbaren Ort mal wieder besucht. Und feststellen muss, dass es dort genauso kübelt wie zu Hause. Und niemand vor Freude Luftsprünge macht, dass man kurz wieder da ist. Was im alten Rom auch nicht passiert wäre.

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