Universitätsklinikum des Saarlandes

„Wir kämpfen – notfalls bis Weihnachten“

Verdi-Sekretär Michael Quetting gibt das Ergebnis der Urabstimmung bekannt: Fast 98 Prozent der Verdi-Mitglieder sind für einen Streik. FOTO: Daniel Kirch

Homburg. Der unbefristete Streik von Verdi an der Uniklinik in Homburg kann beginnen. Kommt eine Einigung in letzter Minute?

Der vorerst letzte Langzeit-Streik am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) dauerte 111 Tage. Er liegt inzwischen zwölf Jahre zurück, aber die Erinnerungen sind bei allen Beteiligten noch frisch. Glaubt man Verdi, dann war der damalige Arbeitskampf nur ein laues Lüftchen im Vergleich zu dem Sturm, der nun entfacht werden könnte. Die Kalkulation der Gewerkschaft lautet: Jeder Streiktag koste die Klinikleitung etwa 100 000 Euro. „Wir sind bereit dazu, so lange zu streiken, wie es notwendig ist“, heißt es in der Streik-Taktik von Verdi. Seit gestern hat die Gewerkschaft die Rückendeckung ihrer Mitglieder für einen solchen unbefristeten Streik.

Die Leitung des Universitätsklinikums, so teilte sie gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit, will den Streik noch abwenden – „zum Wohl der Patienten und um unserem Auftrag in der Patientenversorgung als Maximalversorger des Saarlandes gerecht zu werden“, wie es hieß. Ob das gelingen wird, steht spätestens am Mittwoch um 6 Uhr fest, wenn die ersten Pflegekräfte ihre Arbeit niederlegen sollen. Für Verhandlungen ist also Eile geboten.

Die Signale aus der Landesregierung, die für das Universitätsklinikum ja verantwortlich ist, sind positiv. Die Pflegekräfte müssten „unbedingt entlastet werden“, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) unlängst bei einem Besuch in Homburg. Gestern forderte der SPD-Gesundheitspolitiker Magnus Jung eine Einigung zwischen Klinikleitung und Verdi. Allerdings geben viele Pflegekräfte nicht mehr viel auf das Wort von Politikern.

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