Merburg

Merburg in Kirrberg weiträumig abgesperrt

Mit einem Bauzaun und Steinschlag-Warnzeichen ist die Kirrberger Merburg derzeit komplett abgesperrt, ob und wann sie nach einer Sanierung wieder zugänglich sein wird, steht derzeit noch nicht fest. FOTO: Thorsten Wolf

Kirrberg. Felsbrocken haben sich gelöst. Die Feuchtigkeit und zuletzt der Frost könnten für die derzeitigen Abbrüche verantwortlich sein.

Die Merburg in Kirrberg gilt, nach der gallo-römischen Siedlung Schwarzenacker, als wohl ältestes Zeugnis der Besiedlung in Stadtbereich Homburg. Zudem ist sie Start- und Zielpunkt des Weges durch das Lambsbachtal in Richtung Landesgrenze. In diesen Tagen macht der Bau allerdings weder mit seinen geschichtlichen Wurzeln noch mit seiner touristischen Bedeutung von sich reden, denn: Das Areal der Merburg ist weiträumig abgesperrt (wir berichteten). Der Grund dafür ist, dass sich Felsbrocken gelöst haben, eine Bürgerin hatte die Stadtverwaltung auf diesen Schaden aufmerksam gemacht. Deswegen, so Pressesprecher Jürgen Kruthoff von der Homburger Stadtverwaltung, wurde „der Bereich aufgrund weiter drohender Gefahren – es könnten noch mehrere Steine herausbrechen und herunterstürzen – abgesperrt, um für die erforderliche Sicherheit zu sorgen.“ In der Folge habe sich Klaus Kell, als Leiter des Bereichs Kultur und Tourismus der Stadt Homburg zuständig für die Denkmalpflege, mit einem Ingenieur aus dem Bauamt den Schaden näher angesehen und auch Fotos gemacht. „Nach Einschätzung von Klaus Kell bestehen die Felsen aus jeweils vier vertikalen und horizontalen Bereichen. Tektonisch ist die Lage auch aufgrund der Durchfeuchtung des Felsens eher problematisch zu sehen. Die Feuchtigkeit und zuletzt der Frost könnten für die derzeitigen Abbrüche verantwortlich sein“, erläuterte Kruthoff weiter. „Nun hat Klaus Kell Kontakt mit einem Gutachter aufgenommen, der für uns auch schon in den Schlossberghöhlen aktiv geworden ist. Es handelt sich um den Diplomingenieur Thomas Mutschler, vom Karlsruher Institut für Technologie, genauer: vom dortigen Institut für Bodenmechanik und Felsmechanik der Universität Karlsruhe.“ Vorab habe Kell dem Sachverständigen die von ihm gemachten Fotos schon für eine ersten Einschätzung zugeschickt. „Anfang Mai werden sich beide vor Ort treffen, anschließend wird Thomas Mutschler ein Gutachten erstellen. Erst danach können wir über die Qualität der Schäden genauere Auskunft geben und möglicherweise Aussagen zu möglichen Kosten und die mögliche Dauer einer Sanierung treffen“, verdeutlichte Kruthoff. Wer nun auf eine schnelle Lösung hofft, der wird wohl entäuscht werden, denn noch ist absolut nicht klar, wann und ob überhaupt die Merburg wieder saniert und damit zugänglich gemacht werden kann. Kruthoff: „Es zeigt sich schon jetzt, dass eine Sanierung aus technischen Gründen unter Umständen nicht oder kaum möglich sein wird oder auch sehr hohe Summen notwendig sein könnten, um die Merburg ganz oder teilweise zu sanieren oder abzusichern.“ So müsse man sich, auch vor dem Hintergrund der knappen Haushaltslage der Stadt, durchaus auf eine längere Zeit einstellen, in der die Merburg aus Sicherheitsgründen abgesperrt bleiben müsse, wie Kruthoff klarstellte.

Das sind natürlich keine schöne Neuigkeiten für die Kirrberger, ist die Merburg doch im Ensemble des Lambsbachtales, auch mit der nahe gelegenen Fischerhütte, ein lohnendes Ausflugsziel. Die Anlage aus dem 11. Jahrhundert, erbaut auf dem so genannten „Malafelsen“ unmittelbar am Lambsbach, kann immerhin für sich verbuchen, eine der ältesten und kleinsten Burgen im Saarland zu sein.

Und vor vor diesem historischen Hintergrund macht sich der Charme eines notwendigerweise aufgestellten Bauzaunes rund um das gesamte Areal der Burg natürlich nicht wirklich gut – gerade, wenn es jetzt mit Beginn der schönen Jahreszeit die Menschen auf Homburgs Wanderwegen wieder nach draußen zieht.

(thw)
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