Standort Waldbühne in der Kritik

Weiter Diskussionen um Waldruhestätte

Die Zeiten, als Veranstaltungen an der Waldbühne am Rabenhorst die Besucher lockten, sind längst Vergangenheit. Unser Bild zeigt die Open-Air-Vorführung von James Camerons Kinohit „Avatar“ bei der Homburger Kinonacht. Nun plant die Stadt hier eine Waldruhestätte.FOTO: Thorsten Wolf

Homburg. Die Stadt plant eine neue Möglichkeit für Urnenbestattungen im Forst. Allerdings gibt es Kritik am vorgesehenen Standort an der ehemaligen Waldbühne am Rabenhorst. Die Grünen fordern in einem Antrag, diese Waldruhestätte am Hauptfriedhof einzurichten.

Wird aus den Plänen der Stadt Homburg Wirklichkeit, dann soll es bald eine Waldruhestätte geben als alternative Form für Urnenbestattungen. Doch so ganz reibungslos läuft die Umsetzung nicht. Es gibt weiter Diskussionen um den Standort: die ehemalige Waldbühne am Rabenhorst. Das kam schon bei den Anwohnern nicht besonders gut an. Bei einer Infoveranstaltung im November gab es an dem Vorhaben viel Kritik. Und bereits da wurde die Frage gestellt, warum diese Ruhestätte ausgerechnet hier entstehen soll. Schließlich war die Bühne in früheren Jahren ein beliebter Veranstaltungsort, lockte regelmäßig auch richtig viele Besucher. Es gab hier beispielsweise Kindertheater, Kinonächte, Folkfestivals. Mittlerweile ist sie allerdings ziemlich in die Jahre gekommen. Eine Sanierung wäre teuer.

Nun haben sich auch die Homburger Grünen zu diesem Thema zu Wort gemeldet. Sie haben in die Stadtratssitzung Mitte Februar einen Antrag eingebracht, in dem sie fordern, dass die Waldruhestätte auf dem Gelände des Hauptfriedhofs anstatt an der Waldbühne entstehen soll. Grundsätzlich halte man die Erweiterung der Bestattungsmöglichkeiten für ein „erstrebenswertes Ziel“, heißt es darin. Die Maßgabe an die Verwaltung sei es gewesen, einen Waldstandort außerhalb des bestehenden Hauptfriedhofes zu finden. In zwei Ausschüssen seien dann auch die unterschiedlichen Stellen vorgestellt worden, in der engeren Wahl: ein Waldstück direkt am Hauptfriedhof am Fuß des Schlossbergs und als zweite Wahl die Waldbühne. Das Problem: Der Saarforst habe das Grundstück am Friedhof nur im Tausch gegen städtische Flächen abgeben wollen. Schon bei der Anwohner-Veranstaltung im November hatte Dieter Dorda, der zuständige Leiter der Abteilung für Grünflächen und Umwelt der Stadt, die gescheiterten Verhandlungen mit dem Saarforst angeführt und betont, dass die Stadt bei dem Tauschgeschäft einen wirtschaftlichen Nachteil erlitten habe. Überzeugen vom Standort Waldbühne konnte er die Kritiker im Saal damit aber nicht.

Nun legen die Grünen eine andere Lösung nahe, direkt auf dem Hauptfriedhof. Auf dessen Gelände befänden sich „zum einen große Freiflächen, die mit Bäumen bepflanzt werden könnten. Zum anderen enthält der Ehrenfriedhof auch Waldflächen, die als Waldruhestätte durchaus nutzbar sind“, heißt es im Antrag zur Erläuterung. Gegen den Standort Waldbühne sprächen auch die zusätzlichen Kosten, die hier anfielen. So müssten etwa zwei Hütten und ein Zaun abgerissen werden, es müssten eventuell Wege angelegt werden, die Ruhestätte müsste vom restlichen Wald abgegrenzt werden. Die Grünen schätzen, dass dafür einmalig rund 8000 bis 10 000 Euro in die Hand genommen werden müssten. Zudem müsse hier eine entsprechende Infrastruktur, etwa Toiletten, eingerichtet werden, die es am Friedhof bereits gebe. Sie schlagen daher vor, „von den bisherigen Planungen einer Waldruhestätte an der Waldbühne Abstand zu nehmen“, vielmehr schlagen sie dafür das beschriebene Gelände des Hauptfriedhofes vor.

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