Neues Angebot

Kochworkshop für Senioren kam an

Vor dem Brotbacken galt es, erstmal Getreide zu Mehl mit zwei Steinen zu mahlen. FOTO: Markus Hagen

Schwarzenacker. Am neuen Angebot im im Römermuseum Schwarzenacker nahmen 18 ältere Menschen und ihre Begleiter teil. Am Samstag, 11. Mai, wird wieder römisch gekocht.

„Hauptsach Gudd Gess“ – unter diesem Motto stand erstmals ein Kochworkshop für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen im Römermuseum Schwarzenacker. Nach einer ausführlichen Besichtigung der Ausgrabungen und den Häusern aus der Römerzeit von Schwarzenacker unter der Leitung von Archäologin Sabine Emser luden Renate Liefke, Ulrike Praschmo und Gabriele Beranek 18 Senioren und ihre Begleiter zu einem Kochkurs mit Speisen nach römischen Rezepten ein.

Zwei kleinere Feuer loderten als Kochstelle bereits in der „Küche“, als die Senioren von ihrer Besichtigungstour der Ausgrabungsstätten zurückkehrten. „Es gibt eine Vorspeise, Hauptspeise und zwei Desserts“, erklärte Renate Liefke zum Auftakt des gut einstündigen Kochevents. Bis zum fertigen Drei-Gänge-Menü halfen die Kursteilnehmer tatkräftig mit. Zunächst galt es, stilecht aus geschrotetem Getreide Dinkelvollkornmehl zu mahlen. Mit Hilfe von zwei Steinen wurde das Getreide bearbeitet. „Das ist gar nicht so einfach“, stellten die Senioren fest, die hier selbst mit Hand anlegten. Nach einiger Übung ging es doch ganz gut, so dass das Mehl schon bald unter Zugabe von Wasser zu einem festen Teig verknetet werden konnte. Aus dem Teig wurden fünf Zentimeter große Taler geformt und in einer gusseisernen Pfanne mit Olivenöl ausgebacken. Fertig war das Soldatenbrot oder „Panis Militaris“. Zu dem römischen Brot schmeckte ein „Moretum“ ganz gut. Aus Knoblauchzwiebeln, Selleriespitzen, Weinrauten und Koriander wurde ein Kräuter-Käse-Dip hergestellt. Aus Emmer, einer Weizenart, wurde unter Zugabe von Wasser ein Getreidebrei gekocht.

Weiter ging es durch die römische Küche mit „lukanischen Würstchen“ (Lucanicae). So einfach in der Metzgerei kaufen, das war zur Römerzeit nicht, vielmehr musste man diese Wurst selbst nach einem Rezept erstellen: Zerkleinertes Schweinefleisch, Pfeffer, Kümmel, Boretsch, Raute, Petersilie und Lorbeeren mussten fein geschnitten werden. Dazu kam Fischlake, alles zusammen dann in Därme. In Rauch geräuchert wurden die Würste zur Delikatesse. Viel Handarbeit war für die Köchinnen in der Römerzeit auch notwendig, um „Globi“ zur Mahlzeit zu reichen: Quark-Gries-Klößchen entstanden aus Käse und Weizengrieß, die in einem heißen Bronzegefäß mit Fett ausgebacken wurden. Datteln mit Nüssen und Pinienkernen gestopft, die mit aufgekochten Honig gebraten wurden, rundeten das Dreigang-Menü in römischer Umgebung in Schwarzenacker beim Kochworkshop ab. Dazu gab es mit „Posca“ ein typisches Erfrischungsgetränk. Obwohl als Grundlage zur Herstellung Essig verwendet wurde, war es als Durstlöscher für die römischen Soldaten eine Erfrischung, die durch Birnendicksaft, Honig oder Feigen verfeinert wurde.

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