SPD-Parteitag

Klatsche für Rüdiger Schneidewind.

Rüdiger Schneidewind. Foto: Thorsten WolfFOTO: Thorsten Wolf

Homburg/Dillingen. Homburger Oberbürgermeister nicht zum Fraktionsvize wiedergewählt. Er erhält auf SPD-Parteitag nur 35,9 Prozent der Stimmen.

Ob das wirklich exakt so mit der Erneuerung und Verjüngung der Partei gemeint war? Über eine Stunde lang empfiehlt sich Anke Rehlinger am Samstagmorgen dem SPD-Landesparteitag in Dillingen als neue Landeschefin. Mit Volldampf, zupackend, nicht selten herzerfrischend direkt – so wie man sie kennt. Selbstkritisch reflektiert sie das Pro und Contra zur Berliner Groko, die Selbstzerfleischungssucht der Sozialdemokraten, die Personaldebatten.

Vor allem aber macht sie Mut, trommelt, Reformen anzupacken, ruft zum Neustart. Aber die Erneuerung dürfe „kein Prozess in einer Endlosschleife“ sein: „Permanente Selbstbeschäftigung ist nicht das, was die Bürger von uns wollen.“ Die saarländische Wirtschaftsministerin will die Landes-SPD mehr öffnen, damit sie zur „Mitmacherpartei“ wird. Für Männer und noch viel mehr für Frauen, die klar in der Unterzahl seien in der Partei. Auch für „systematische Talentent­wicklung“ junger Kräfte wirbt sie. Manchmal, sagt die 41-Jährige, fühle sie sich in ihrer „Kohorte ziemlich einsam“. Zu unattraktiv sei die SPD zu bestimmten Zeiten gewesen. „Das darf nie wieder passieren!“

Offenbar trifft das den Nerv der 279 Delegierten im Lokschuppen: 94,5 Prozent der 273 abgegebenen Stimmen bekommt die saarländische Wirtschaftsministerin und bisherige Parteivizin schließlich. Ein Top-Resultat. und alles scheint im Lot. Heiko Maas übergibt nach 18 Chefjahren seiner Nachfolgerin symbolisch einen Staffelstab. Rot, na klar. Und ist dann mal weg. Um sich bald als Außenminister um Deutschland, Europa und die „gesamte Welt“ zu kümmern – ruft eine Rednerin dem längst Entschwundenen noch nach.

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