Anklage gegen Klaus Roth

Ex-Bürgermeister Roth muss vor Gericht

Homburgs Ex-Bürgermeister Klaus Roth muss sich demnächst vor Gericht verantworten. FOTO: Thorsten Wolf

Homburg. Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug in einem besonders schweren Fall vor. Zwei weitere Personen sind angeklagt.

Der frühere Homburger Bürgermeister Klaus Roth (56, CDU) muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage zur Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Saarbrücken gegen Roth wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit Bestechlichkeit erhoben. Ebenfalls angeklagt sind der Geschäftsführer eines IT-Unternehmens sowie der Inhaber einer Homburger Elektrotechnikfirma wegen „mittäter-schaftlich begangenen Betrugs in Tateinheit mit Bestechung beziehungsweise Beihilfe“. Dies teilte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dennis Zahedi am Montagmorgen mit.

Klaus Roth war im Zeitraum von 2008 bis 2018 Bürgermeister der Kreis- und Universitätsstadt Homburg. Vor Amtsantritt war er Alleingesellschafter des oben genannten IT-Unternehmens. Aufgrund der Tätigkeit als Bürgermeister verkaufte er seine Geschäftsanteile an den Mitangeschuldigten. In dem Schreiben der Staatsanwaltschaft heißt es weiter, Ermittlungen hätten ergeben,  dass im November 2012 ein  Tatplan entwickelt worden sei. Roth soll sich demnach bei der Stadt Homburg für die Vergabe eines Auftrages an eine externe Firma zur Planung einer strukturierten Verkabelung des Rathauses ausgesprochen haben. Diesen Auftrag sollte –  so die Ermittlungen – das IT-Unternehmen des Mitangeschuldigten erhalten, des früheren Geschäftspartners also. Mit dem Honorar sollte dann durch den Mitangeschuldigten eine noch offene Forderung Klaus Roths gegen das IT-Unternehmen, das noch aus der früheren Geschäftsbeziehung beider  herrührte, bezahlt werden.

Die Staatsanwaltschaft geht außerdem davon aus, dass „zur Verschleierung“ eine weitere Person zwischengeschaltet werden sollte, da im Rathaus ja bekannt gewesen sei, dass Roth der ehemalige Inhaber des IT-Unternehmens war. Diese dritte Person ist der Inhaber der Elektrofirma, der auch in der Homburger Kommunalpolitik aktiv und Parteifreund Roths ist. Tatsächlich sollten jedoch weder durch den früheren Geschäftspartner noch den Inhaber der Elektrofirma Planungsleistungen erbracht werden, so die Staatsanwaltschaft weiter.

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