Feuerwehrübung in Jägersburg

Junge Retter handelten wie die Großen

Mit einer professionellen Wasserrettung auf dem Jägersburger Schlossweiher bewiesen die Jugendfeuerwehren der Stadt Homburg schon gleich zu Beginn der großen Übung am Samstag ihr Können.FOTO: Thorsten Wolf

Jägersburg. Einen Ertrinkenden retten, Menschen aus einem brennenden Haus befreien: Bei der großen Übung der Jugendfeuerwehren der Stadt Homburg galt es am Samstag viel zu meistern.

Im dicken, vor Kälte und Wasser schützenden Spezialanzug treibt Daniel Fuchs unmittelbar vor den Mauern der Gustavsburg im Wasser des Jägersburger Schlossweihers. Fuchs ist einer der „Opfer-Darsteller“ einer großen Übung der Jugendfeuerwehren der Stadt Homburg am vergangenen Samstag. Wie später auch noch andere Darsteller des aufwendigen Übungsszenarios wartet er darauf, dass die Jungen und Mädchen des Homburger Feuerwehrwehrnachwuchses auf seine „gefährliche“ Lage die richtige Antwort haben. Und nur Minuten, nachdem sich Daniel Fuchs aufgemacht hat, seinen Teil zur Übung beizutragen, kommt die nötige Antwort auch schon: Mit einem Rettungsboot der Feuerwehr erreichen Mitglieder der Jugendfeuerwehr den im Schlossweiher treibenden Daniel Fuchs und ziehen ihn mit einiger Routine zurück ans Ufer.

Dieser Einsatz ist nur einer von einigen, die am Samstag die Jugendfeuerwehren der Stadt vor Herausforderungen stellen. Geht es auf dem Schlossweiher um die Rettung eines möglicherweise Ertrinkenden, so müssen im Haupthaus Menschen aus „brennenden“ Räumen in Sicherheit gebracht werden, insgesamt vier. Und es raucht gewaltig aus der Eingangstür und einigen Fenstern des historischen Gebäudes. Um einer solchen Lage mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen gerecht zu werden, müssen die Mädchen und Jungen viele Register aus dem Repertoire eines echten Einsatzes ziehen. Nötig sind an diesem Samstag da ein Innenangriff unter Atemschutz, natürlich der Aufbau einer kompletten Lösch-Infrastruktur mit mehreren Einsatzzielen, sowohl im Hof in Richtung Haupthaus als auch in Richtung Kapelle, die auch „in Brand“ steht. Zusätzlich greifen die Einsatzkräfte der Homburger Jugendfeuerwehren den Brand auch von außerhalb der Burganlage an. Was sofort ins Auge fällt: Alles passiert sehr ruhig und konzentriert, ohne Hektik, ohne laute Worte und bestens durchorganisiert. Die unterschiedlichen Phasen der großen Übung werden Stück für Stück abgearbeitet – dass hier der Nachwuchs am Werk ist, kann man eigentlich nur daran erkennen, dass die Retter die Uniformen der Jugendfeuerwehren im klassischen Blau und Orange tragen.

Die sichtbar professionelle Arbeit ihres Nachwuchses wollen sich viele Verantwortliche aus den aktiven Wehren, etwa Homburgs Wehrführer Klaus-Peter Nashan, die Löschbezirksführungen aus den entsendenden Löschbezirken, Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner und Manfred Rippel, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes, nicht entgehen lassen – trotz teils strömenden Regens. Auch Homburgs Bürgermeister Michael Forster als oberster Chef der Homburger Feuerwehren und Jägersburgs Ortsvorsteher Jürgen Schäfer erweisen dem Einsatz des Nachwuchses ihre Referenz. Alle zusammen erleben unter der Moderation von Manfred Rippel schon gleich zu Beginn der großen Übung einen formalen Start: Holger Ambos, der Stadt-Jugendfeuerwehrbeauftragte, meldet Wehrführer Nashan die perfekt im Burghof angetretene Formation von 45 Jugendfeuerwehrleuten aus den Löschbezirken Jägersburg, Einöd, Wörschweiler, Kirrberg und Homburg-Mitte. Ambos hat während der Übung ein waches Auge auf seine Jugendfeuerwehrleute und zeigt sich kurz vor Schluss der Übung, nicht überraschend, vom Einsatz der Jugendfeuerwehren und vom Übungsergebnis sehr angetan, „es hat alles sehr gut geklappt“! Diesen Eindruck haben auch alle die, die als Funktionsträger in den aktiven Wehren oder als Angehörige der Jugendfeuerwehrleute der Übung am Samstag folgen. Und das sind jede Menge. Es wird geschaut, fotografiert – auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ist der Übungseinsatz des Nachwuchses ein voller Erfolg.

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