Erweiterung geplant

Neuer Outlet-Ärger mit Zweibrücken droht

Das Fashion Outlet am Zweibrücker Flugplatzgelände umfasst heute rund 21 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Doch es sollen fast 30 000 werden, so die neuen Pläne der Betreiber. FOTO: ¬© Gilles Pecqueur www.gillespec / Gilles PECQUEUR

Homburg. Homburg will im Ernstfall mit allen möglichen Mitteln gegen geplanten Ausbau des Fabrikverkaufszentrums vorgehen.

Seit 15 Jahren ist die Gerichtsschlacht rund um den Bau des Fabrikverkaufszentrums am Zweibrücker Flughafengelände zu Ende. Homburg, Neunkirchen, Pirmasens standen damals Zweibrücken und dem Center gegenüber. Jetzt könnten die Geschütze aufs Neue geladen werden. Grund dafür ist die Ankündigung des aktuellen Center-Betreibers Via Outlets, aufgrund „der zunehmenden Attraktivität und des wachsenden Erfolgs“ für 50 Millionen Euro die Verkaufsfläche in einem fünften Erweiterungsschritt von 21 000 auf 29 500 Quadratmeter aufstocken zu wollen. Das Fashion-Outlet, wie es aktuell heißt, soll dann nicht nur 350 Arbeitsplätze mehr bieten (bis zu 1600 insgesamt), sondern der ganzen Region nutzen, mehr Urlauber anziehen. Dies mit dann bis zu 159 statt derzeit 109 Shops. Und das, obwohl als Ergebnis besagter Gerichtsschlacht damals die jetzige Größe als Ausbauendstadium für alle Zeiten zementiert schien.

Rückblick: Nachdem 1996 die ersten Pläne zum Bau des damaligen „DOZ“ (Designer Outlet Zweibrücken) präsentiert worden waren, hatten ab 1998 die Nachbarstädte Homburg, Neunkirchen und Pirmasens gegen das DOZ vor dem Verwaltungs-, Oberverwaltungs- und Bundesverwaltungsgericht geklagt. Dennoch startete 1999 der Bau, am 8. März 2001 war die Eröffnung des damals ersten von vier geplanten Bauabschnitten. Das Bundesverwaltungsgericht widersprach der Baugenehmigung 2002. Ein Jahr später einigte man sich mit Homburg im Gegenzug zur Einstellung der Klagen darauf, die Verkaufsfläche des Gesamtbaus auf 21 000 Quadratmeter (anstatt damals geplanten 36 000) zu begrenzen. Das legte der Zweibrücker Stadtrat fest. Das Outlet verzichtete auch auf den Bau so genannter Interactive Stores, wo auf 10 000 Quadratmetern das Ausprobieren etwa von Sportgeräten im Mittelpunkt stehen sollte. Neunkirchen zog seine Klage im Juli 2004 zurück. Das Einkaufszentrum hatte sich gegenüber Neunkirchen verpflichtet, sich für mindestens fünf Jahre an den Bebauungsplan und den mit Zweibrücken geschlossenen städtebaulichen Vertrag zu halten. Sonst wäre eine sechsstellige Vertragsstrafe fällig geworden.

Nach dem Kompromiss mit Zweibrücken erklärte Homburgs damaliger Oberbürgermeister Joachim Rippel (CDU) in unserer Zeitung: „Mit dem Ratsbeschluss ist der Weg für einen Kompromiss geöffnet. Wir machen auf diesem Weg den ersten Schritt, der uns nicht leicht fällt. Wir verzichten auf die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Koblenz. Das ist unser Zeichen, dass wir Vertrauen haben, dass die ausgehandelten Abmachungen, die eine Reihe von unserer Innenstadt schützenden Vereinbarungen und Vertragsänderungen enthalten, auch umgesetzt werden.“

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