Diskussion um geplante Masern-Impfpflicht

„Die moralische Pflicht zur Masernimpfung“

Der Homburger Professor für Humangenetik Wolfram Henn ist Mitglied des Deutschen Ethikrats. Foto: Ethikrat FOTO: Deutscher Ethikrat / Ethikrat

Wie der Deutsche Ethikrat die Impfquote für Masern und andere Krankheiten erhöhen will – ohne staatlichen Zwang.

Ist eine Impfpflicht gegen Masern ein notwendiges Mittel, um die potentiell lebensbedrohliche Krankheit einzudämmen? Ab März 2020 müssen nach Plänen der Bundesregierung Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht gilt auch für Tagesmütter und für das Personal in Kitas, Schulen, in der Medizin und in Gemeinschaftseinrichtungen. Der Deutsche Ethikrat hält eine Impfpflicht in dieser Form nicht für gerechtfertigt. Dadurch könnte die Bereitschaft für andere Impfungen sinken, erklärt der Sprecher der zuständigen Arbeitsgruppe, der Homburger Professor für Humangenetik, Wolfram Henn, im PM-Interview.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass die Impfmüdigkeit eine der zehn großen globalen Gesundheitsgefahren ist. Ist die Lage wirklich so dramatisch?

HENN Doch, das ist so. Denn gegen Impfmüdigkeit kann man etwas tun, das fließt neben den Zahlen mit in die Bewertung der WHO ein.

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