Karlsberg-Brauerei hatte wieder eingeladen

Bockbierfest im Zelt kam gut bei Gästen an

Einige Tausend Besucher feierten über den Tag hinweg am Samstag im großen Zelt am Homburger Forum das 37. Bockbierfest der Karlsberg Brauerei. FOTO: Thorsten Wolf

Homburg. Dass die Veranstaltung vom Baubetriebshof in ein Zelt am Forum wechselte, verstärkte auch den Gemütlichkeitsfaktor. Und dann gab es da auch eine Anekdote vom Mauerfall 1989.

Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, da bereitete man sich davon nicht unbenommen in Homburg auf das traditionelle Bockbierfest vor. Wie immer am zweiten Samstag im November sollte ordentlich gefeiert werden. Doch sollte dieses Fest nicht nur vor dem Hintergrund des Mauerfalls einen ganz besonderen Charakter haben. Für den sorgte der damalige Karlsberg-Chef Richard Weber: Er ließ mit fünf Bussen Bürger aus der damaligen DDR, die es zu diesem Zeitpunkt schon in den Westen und ins Saarland geschafft hatten, aus Unterkünften im ganzen Land zum Bockbierfest nach Homburg bringen – so ist es überliefert.

An diese Geschichte erinnerten beim 37. Bockbierfest am Samstag, dem 9. November, und damit auf den Tag genau 30 Jahre nach dem Mauerfall, Karlsberg-Geschäftsführer Markus Meyer und Karlsberg-Chef Christian Weber. Der eine im Gespräch mit unserer Zeitung, der andere wenig später beim Fassanstich auf der Bühne. „Das ganze Bockbierfest 1989 war unter dem Eindruck der anstehenden Wiedervereinigung elektrisiert“, so Meyer. Christian Weber rief dann von der Bühne des großen Zeltes am Homburger Forum den Gästen diese Geschichte aus dem Jahr 1989 ins Gedächnis. „Heute ist ein wunderbarer Tag für uns – nicht nur, weil wir hier im Zelt sind, sondern weil wir auch 30 Jahre Mauerfall feiern. An diesem Tag vor 30 Jahren haben zum ersten Mal Menschen aus Ost-Deutschland mit uns gemeinsam das Bockbierfest erleben können. 30 Jahre Wiedervereinigung, das ist es wert, heute gefeiert zu werden!“

Für zwei Besucher wurde die 37. Auflage des Bockbierfestes allerdings aus einem ganz anderen Grund zu einem besonderen Erlebnis: Aus dem Kreis der Gäste vor der Bühne wurden Sebastian aus Kaiserslautern und Hannelore aus Beeden ausgewählt, um den Hammer beim Fassanstich zu schwingen und ganz offiziell das Bock aus dem Hahn fließen zu lassen. Mit dabei: Richard Weber, Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) und einige Offizielle mehr. Nach der formellen Eröffnung des Bockbierfestes um 11 Uhr, Einlass war für die Fans des dunklen Biers schon ab 9 Uhr, erklärte Christian Weber, warum man nach Jahren des Feierns in der großen Halle des Baubetriebshofes zurück in ein großes Zelt am Homburger Forum gekehrt sei: „Natürlich war es im Baubetriebshof ja auch sehr schön, die Stadt hat sich da extrem viel Mühe gegeben, damit wir dort sein konnten. Das war aber immer mit einem hohen Aufwand für die Stadt und für uns verbunden. Wir waren deswegen immer auf der Suche nach einer Zeltlösung.“ Mit dem neuen Festwirt Kai Grunder habe man eben diese Lösung nun gefunden. Bei den Gästen, so war zu hören, kam die Entscheidung gut an, für Weber mit Sicherheit auch verbunden mit dem Charakter, den ein solches Fest in einem Zelt entwickeln könne. „Die Akustik ist ganz anders, dann ist das Thema Holz viel präsenter, das gibt dem Zelt eine gewisse Wärme im Vergleich zum Stahl und Beton der Baubetriebshof-Halle. Das sorgt für einen Gemütlichkeitsfaktor. Ich bin jetzt mal gespannt, wie es angenommen wird.“

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