Besuch

Viele gute Eindrücke im Jugenddorf

Joseph Bieringer, Ausbilder in der Holzwerkstatt, stellt Angelika Glöckner (Zweite von rechts) und Josefine Ortleb (rechts daneben) einige Auszubildende und die selbst gebauten Insektenhäuser vor. FOTO: Cordula von Waldow

Schwarzenbach. Die saarländische Bundestagsabgeordnete Josefine Ortleb und ihre rheinland-pfälzische Kollegin Angelika Glöckner machten sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Jugenddorfes Homburg (CJD).

 „Nur, wenn wir die Realität und den Alltag kennen, können wir gute Gesetze machen“, wissen Josefine Ortleb und Angelika Glöckner. Aus diesem Grund interessierten sich die saarländische Bundestagsabgeordnete Ortleb und ihre Rheinland-Pfälzische Kollegin auch für das Christliche Jugenddorf (CJD) in Homburg mit Sitz in Schwarzenbach, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern kann. Was die beiden SPD-Politikerinnen besonders interessierte: Wie sind die Chancen, nach der Ausbildung im CJD selbstbestimmt zu leben? Aus welchem Einzugsgebiet kommen die Jugendlichen und wo gehen sie nach drei oder vier Jahren hin? Fast zwei Stunden lang ließen sich die beiden Frauen von Geschäftsführer Norbert Litschko und einigen Teamleitern das System der Bildungseinrichtung erklären.

Hier greifen in einer engen, internen Kommunikation die Bereiche praktische Ausbildung, Berufsschule und Internat zu einer umfassenden und ganzheitlichen Betreuung ineinander. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse jedes einzelnen der rund 380 jungen Menschen, vorwiegend aus der weiten Saar- und Südwestpfalz, die aktuell im Homburger Jugenddorf leben und ausgebildet werden. „Wir braten hier jedem eine Extrawurst“, betonte Michael Düpre, Teamleiter Kundenzentrum, die Individualität, die jeden der jungen Menschen mit seinen Stärken und Schwächen genau dort abhole, wo er stehe, um die für ihn passende Unterstützung zu gewähren. „Sie haben hier die Blaupause, die auch für die Schulen wünschenswert ist, denn auch dort bilden die Menschen keine homogene, sondern eine heterogene Gruppe“, stellte Angelika Glöckner fest. Allerdings sei alles eine Frage der Finanzierung, schnitt die Lembergerin auch dieses Thema an.

Die Abgeordneten staunten über die offizielle Vermittlungsquote von über 50 Prozent sowie die interne, die unter anderem auch 450-Euro-Jobs berücksichtigt und damit bei rund 70 Prozent, oft sogar höher liegt. Norbert Litschko erklärte: „Heute unterstützt die Gesetzgebung Menschen mit Handicap. Waren es früher Lern- oder Körperbehinderte, die besondere Hilfestellungen benötigen, betreut das CJD heute vorwiegend Menschen mit psychischen Problemen in einem interdisziplinären Team inklusive Ärzten und Psychologen.“ Dafür, darin waren sich alle einig, braucht es neue Modelle: Unterstützung für Azubis und ihre Familien, doch auch für Arbeitgeber und Bildungseinrichtungen. Ideal sei ein runder Tisch, an dem sich alle Beteiligten treffen, um gemeinsame Lösungen zu finden.

top