Ausbildungssituation

Elftklässler schnupperten in Berufswelt

Fachdienstleister Felix Glöckler Blieskasteler Werkstätten (Zweiter von rechts) informierte die Schüler Luisa Theobald, Jule Wollny, Junis Mayer, Sindy Stelle und Luca Tennigkeit über Berufsbilder im sozialen Bereich. FOTO: Johanneum

Homburg. 23 Ausbildungsberufe und Studiengänge stellt sich beim Berufsbasar am Homburger Johanneum vor.

„Die Vielzahl von Berufen, Studiengängen und verschiedenen Abschlüssen überfordert die Schüler“, meinte Lehrerin Susanne Zorn beim schon 20. Berufsbasar, den das Gymnasium Johanneum in Homburg organisierte. In der Schulmensa wurden deswegen den Elftklässlern 23 verschiedene Berufsfelder und Studiengänge von fachkundigen Dozenten vorgestellt. Diese hielten den gleichen Vortrag fünf Mal nacheinander, damit möglichst viele Schüler in Kleingruppen davon profitieren konnten. Das ging von der Architektur über die Bundespolizei oder die Informatik bis zu Psychologie und Unternehmensberatung.

„Wir decken ein breites Spektrum ab. Unser Gesamtkonzept zur Berufsvorbereitung an der Schule ist ein sehr gutes“, meinte Lehrer Christian Linn, der mit seiner Kollegin Susanne Zorn den Basar organisierte. Den meisten Zuspruch erfuhren die Vorträge über die Studiengänge Medizin, Pharmazie und Jura. Danach kamen Bundeswehr, Bundespolizei und Landespolizei sowie Journalismus. Die 16-jährige Elena Herrmann, die den EU-Zweig der Schule besucht und ein deutsch-französisches Abitur ablegen wird, interessierte sich für das deutsch-französische Hochschulinstitut DFHI. Dort könne sie zum Beispiel Wirtschaft und Informatik zweisprachig studieren. Ansonsten geht ihr Berufswunsch in Richtung Medizin und Pharmazie. Ebenfalls im Vortrag über das DFHI, der von dessen Direktor Thomas Bousonville gehalten wurde, war Nataly Abou Asali. Die 16-jährige belegt auch den EU-Zweig, lernt also schon seit sechs Jahren Französisch. Ein Auslandssemester in Frankreich würde ihr gut gefallen, ansonsten tendiert sie zu den Studienfächern Medizin oder Psychologie.

Gerade die vielfältigen Bereiche des letzteren Faches fand sie interessant. Dass die Schüler ein differenziertes Bild der verschiedenen Berufsfelder erhalten, war Susanne Zorn besonders wichtig: „Unsere Schüler haben noch so diese klassischen Bilder im Kopf. Dafür ist der Berufsbasar da, dass sich das noch etwas ausdifferenziert. Dass sie wissen, okay, vielleicht kann ich in diese Richtung gehen, aber ich möchte mich dann noch darin spezialisieren.“ Das konnte Referent Michael Ring, Studienkoordinator für Pharmazie an der Universität des Saarlandes, nur bestätigen: „Gerade zu uns kommen oft Studierende mit völlig falschen Vorstellungen von den Inhalten und Anforderungen des Studiums. Andere wiederum wären gut für ein Pharmaziestudium geeignet, haben aber das Fach nicht auf dem Schirm oder entscheiden sich aus falschen Vorstellungen dagegen.“ Auch der Saarbrücker Rechtsanwalt Christian Thum kennt die Klischees, die viele Menschen aus Film und Fernsehen von seinem Berufsstand haben. „Insoweit ist es mir ein Anliegen, den Schülern bei der Berufswahl zu helfen und diesen insbesondere zu schildern, wie der Arbeitsalltag eines Rechtsanwaltes aussieht.“

top