Die Woche in Homburg

Alleh hopp, die Grippe kommt

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Dass die Anzahl der Störche mit der Anzahl der Neugeborenen  etwas zu tun haben könnte, ist weitgehend widerlegt. Was nicht widerlegt ist, ist die Tatsache, dass die Anzahl der Fastnachtsveranstaltungen mit der Anzahl der grippalen Infekte in direktem Zusammenhang steht.

Will heißen: Wer sich bislang tapfer gehalten hat, wird spätestens nach der zweiten Kappensitzung mit Husten und Schnupfen danierderliegen. In diesem Jahr fällt die Fastnacht in den März, sodass die kommende Grippewelle wohl erst in drei Wochen zuschlagen wird. Die Fastnacht soll traditionell den Winter austreiben, hat aber den Nachteil, selbst noch in den tiefsten Winter zu fallen. Das bedeutet, dass es nicht gesund ist, im durchsichtigen weißen Spitzenfummel bei null Grad im Eingangsbereich einer zugigen Festhalle herumzustehen, nur, weil man als Fastnachts-Engel besonders aufregend aussehen möchte. Wenn man dann von einem Teufel angehustet wird, kann man die restlichen tollen Tage abhaken. Wer sich um warme Kleidung bemüht, schlüpft daher gerne in ein Ganzkörper-Bärenkostüm. Diese Art von Fellkostüm gab es übrigens schon im Mittelalter, nannte sich „Wilder Mann“ und fing gerne Feuer im Kamin oder an einer Fackel. Der französische König Karl VI. soll im letzten Moment aus seinem brennenden Zottelkostüm gerettet und als Folge wahnsinnig geworden sein. Dann doch lieber die Post-Carnevale-Grippe.

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