Ein tierisches Vergnügen

Wenn eine Ziege die Hauptrolle spielt

Inmitten der Gruppe mit Heilerzieherin Christel Mathieu (Dritte von links) fühlt sich die kleine Ziege wohl – wie ihre Artgenossen im Gatter. FOTO: Wolfgang Degott

Walsheim. Intensiv-pädagogische Erlebniswoche in Walsheim: Wie Vierbeiner Einfluss nehmen auf das Verhalten von Kindern.

Mit einem erheiternden Mecker-Wettbewerb, beim dem viele in verschieden Ausformungen die Sprache der zuweilen störrischen Vierbeiner intonierten, endete die erste integrative, inklusive Ziegenwoche im Haus Sonne.

„Wir wollten mit diesem intensiv-pädagogischen Angebot für Begegnungen zwischen Tieren und Menschen mit und ohne Behinderung sorgen. Darin stecken vielfältige Lernmomente. Kurz zu nennen wäre dabei neben der Kontaktaufnahme mit den Tieren in einen engen Kontakt zu treten, empathisches Verhalten zu fördern. Dazu haben wir uns eine kleine Ziegenherde auf unsere Ziegenwiese eingeladen“, informierte die Leiterin des Kinderdorfes, Daniela Reichhardt. Sie fügte hinzu, dass es auch darum gehe, Kindern - auch behinderten, wie ebenso interessierten Erwachsenen die Nähe und den Kontakt zu Tieren zu ermöglichen. Sie freute sich, dass die Idee auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Neben rund 30 Jungen und Mädchen der sozialen Einrichtung waren während der Projekttage auch viele andere Leute, kleine und große, aus Walsheim und Umgebung auf die Anhöhe „Oben am Dorf“ gekommen. Nachdem gemeinsam der rund 40 Meter große Zaun aufgestellt war und die Regeln erklärt, lernten die kleinen und großen Ziegenhirten schnell, dass nur, wer geduldig ist, sich langsam bewegt und respektvoll mit den Tieren umgeht, ans Ziel gelangt. Fachkundig war das Ganze begleitet und angeleitet von Christel Mathieu, Leiterin der tiergestützten Heilerziehungspflege aus Ottweiler-Fürth. „Wir beschäftigen uns seit zehn Jahren als freier Anbieter der Eingliederungshilfe und arbeiten auch im Alltag mit Menschen aller Art der Behinderung mit unseren Tieren“, erläuterte sie. Mit Hilfe von 35 Tieren, die sich zumeist im Außengelände in Fürth aufhalten werden Menschen in den normalen Alltag zurück begleitet.

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