Reinheim

Den Abwärtstrend ins Gegenteil verkehrt

Die Geehrten und Beförderten nahmen vor dem Sportheim Aufstellung, flankiert von Löschbezirksführer Reinhold Drieß (Dritter von links), Wehrführer Stefan Lugenbiel (Sechster von links), Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner (Achter von links), Bürgermeister Alexander Rubeck (Neunter von links) und Ortsvorsteher Jürgen Wack (Zehnter von links). FOTO: Wolfgang Degott

Reinheim. Die mehrstufige Werbeaktion bei der Feuerwehr Reinheim hatte einen durchschlagenden Erfolg. Bei der Jahreshauptversammlung im Sportheim gab es auch Ehrungen und Beförderungen.

Der große Erfolg bei der letztjährigen mehrstufigen Werbeaktion habe alle überrascht. So seien nach der finalen Informationsveranstaltung zehn neue Wehrangehörige aufgenommen worden. Dies teilte Löschbezirksführer Reinhold Drieß während der Jahreshauptversammlung der Reinheimer Feuerwehr im Sportheim mit. Damit habe der in den letzten Jahren festzustellende Abwärtstrend gestoppt und ins Gegenteil umgewandelt werden können. Für die „Neuen“ folgte eine intensive Schulungsphase mit ihren „Paten“, sodass auch mit eigens festgelegten Sonderübungen schnell der Zusammenhalt mit den übrigen hergestellt werden konnte. Drieß kann somit 35 Aktive zählen, die für die vielfältigen Aufgaben, denen sich eine moderne Feuerwehr stellen müsse, gewappnet seien. Insgesamt sei auch der Übungsbesuch gesteigert worden, wobei sein Stellvertreter Benjamin Uth alle 26 besucht habe.

Ihm folgten Michael Plitt mit 22 sowie Peter Wagner und Pascal Motsch mit jeweils 22 Teilnahmen. Zudem sei der erste Katastrophenschutz-Zug, dem neben den Reinheimern auch Niedergailbach, Gersheim und Walsheim angehören, „wiederbelebt“, mit zwei Übungen bei der Gersheimer Firma Pallmann und im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim ein erfolgreicher Neustart hingelegt worden. Zwanzig Mal sei man zu Einsätzen alarmiert worden. Brände, Starkregenereignisse, davon auch ein Einsatz im stark betroffenen Bliesransbach, hielten die Selbsthilfeorganisation in Atem. Daneben sei die Wehr auch in der dörflichen Gemeinschaft präsent. Ehrenwache beim Volkstrauertag oder auch die Mithilfe beim Martinszug gehörten dazu. Auch beim Rosenmontag habe man in der Fahrzeughalle wieder viele Gäste bewirten können. Erfolgreich und kurzweilig sei die Tagesfahrt nach Speyer mit Besuch des Technik-Museums gewesen. Drieß kündigte an, dass am 3. und 4. August das 140-jährige Bestehen der Wehr gefeiert werde. Zehn Mitglieder, durchschnittlich 11,7 Jahre alt, führte der Jugendbeauftragte Manuel Langenbahn an den Feuerwehrdienst heran. Da er andere überörtliche Aufgaben in der Feuerwehr übernehme, legte er nach siebenjähriger Tätigkeit sein Amt nieder. Kommissarisch, bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Benjamin Uth die Betreuung der Nachwuchswehr des Löschbezirks. Wachablösung auch beim Kassenführer. Michael Plitt folgte dem nicht mehr kandidierenden Peter Wagner.

Bürgermeister Alexander Rubeck unterstrich, dass trotz prekärer Finanzlage der Gemeinde, die Feuerwehren einen hohen Stellenwert behielten und unter anderem in diesem Jahr 45 digitale Melder angeschafft werden. Reinheim zollte er großes Lob ob der erfolgreichen Werbeaktion und unterstrich, dass die Feuerwehr kein Selbstzweck sei, sondern in hohem Maße der Bevölkerung diene, die Menschen vor Gefahren schütze. Zehn neue Mitglieder zu werben sei außergewöhnlich, bemerkte Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner. Er unterstrich die Bedeutung des Katastrophenschutzes, zu dem die Feuerwehr gehöre. Gerade die außergewöhnlichen Starkregenereignisse in Mandelbachtal, St. Ingbert und Kleinblittersdorf hätten gezeigt und gemahnt, die Ausbildung und Zusammenarbeit zu intensivieren. Manfred Rippel, stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Saarpfalz, erläuterte, dass innerhalb der 13 Fachausschüsse der Organisation ständig wichtige Basisarbeit zur Fortentwicklung der Feuerwehren erledigt würde.

(ott)
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