Rubenheim

Die Leitgedanken der Biosphäre mit Füßen getreten

Tief in die Erde graben sich die Bagger im Kalksteinbruch Rubenheim.FOTO: Joachim Schickert

Rubenheim. Saar-Grüne fordern von Umweltminister Jost den unverzüglichen Stopp der Kalksteinbruch-Erweiterung in Rubenheim.

Die Saar-Grünen haben Umweltminister Reinhold Jost aufgefordert, die Erweiterungspläne für den Kalksteinbruch im Bliesgau unverzüglich zu stoppen. Grünen-Landeschef Markus Tressel betont in einer Presseerklärung, eine Erweiterung des Rubenheimer Steinbruchs im Biosphärenreservat Bliesgau um 27 Hektar auf fast das Vierfache der bisherigen Größe sei „ökologisch wie ökonomisch unverantwortlich“. Die Leitgedanken der Biosphäre würden mit Füßen getreten. Umweltminister Jost dürfe auch „die berechtigten Sorgen der Bürgerinnen und Bürger aus Rubenheim, Wolfersheim und Erfweiler-Ehlingen nicht länger ignorieren“. Wer die Erweiterung zulasse, betreibe eine Politik gegen Mensch und Umwelt.

„Eine Erweiterung des Kalksteinbruchs bei Rubenheim im Biosphärenreservat Bliesgau von derzeit zehn um 27 auf dann 37 Hektar gefährdet die umliegende Flora und Fauna massiv. Der Steinbruch liegt nämlich in unmittelbarerer Nähe zu einer Kernzone des Biosphärenreservats mit Natur- und Vogelschutzgebieten. Eine Erweiterung in dieser Dimension ist ökologisch völlig unverantwortlich“, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar. Auch ein weiterer Leitgedanke der Biosphäre, das nachhaltige Wirtschaften, werde mit Füßen getreten.

Tressel: „Bei einer Erweiterung um fast das Vierfache kann von nachhaltigem Wirtschaften im Sinne des Biosphärengedanken keine Rede mehr sein.“ Vielmehr schädige dies die stark am Tourismus orientierte Wirtschaft des Bliesgaus. „Ein Groß-Steinbruch würde das charakteristische Landschaftsbild unwiederbringlich zerstören. Dies würde dem Tourismus einen Bärendienst erweisen. Immerhin ist der Tourismus mittlerweile ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, an dem Arbeitsplätze und Existenzen hängen.“

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