Hier hält man es aus

Frühmorgens, wenn die Natur erwacht

Die Jungstörche sind schon längst flügge. Hier üben sie fleißig das „Segeln“ für ihre erste Reise nach Afrika oder an die Mittelmeerküste. FOTO: Walter Veith

Bliesbruck/Reinheim. Mit einem Hobbyfotografen im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Er kennt die hier heimische Tierwelt bestens.

Am frühen Morgen ist kaum ein Mensch unterwegs. Die Sonne hat noch längst nicht all ihre Kraft entfaltet, sie nimmt gerade erst Anlauf. Also tief durchatmen, die frische Luft tut gut. Und dann kommt er schon um die Ecke: Walter Veith.

Seit der ehemalige Polizeibeamte im Ruhestand ist, hat er viel Zeit für sein großes Hobby: die Tierfotografie. Vornehmlich tummelt er sich mit Leidenschaft und entdeckungsfreudigem Tatendrang im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Und tatsächlich, hier gibt es mehr zu entdecken, als man gemeinhin glauben könnte. Wer mit dem 71-jährigen Veith unterwegs ist, hat quasi Sendepause. Braucht nicht zu reden, sondern nur zuzuhören. Und profitiert von dem großen Wissen, das der Mann an den Tag legt.

Vor allem, wenn es um die Vogelwelt geht. Und dabei in erster Linie um die im Kulturpark heimischen Störche. Wir haben Glück und treffen an diesem Morgen sowohl die Eltern als auch ihre vier Zöglinge an. „Jedem Storchenfreund lacht jetzt das Herz“, sagt der Pensionär, als er mit seiner schweren Kamera mit gewaltigem Objektiv aus weiter Entfernung die sich ihm bietende Idylle im Bild zu bannen gedenkt. Über die Vögel mit den langen Beinen weiß der Mann aus Gersheim enorm viel. Er hat auch ein Büchlein herausgegeben mit Erläuterungen und selbstredend reich bebildert. Tierfotografie ist ein fisseliges, puzzeliges Geduldsspiel. Doch wenn dann das erhoffte Bild gelingt, ist die Freude überschäumend.

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