Größter Rauschgiftfund in der Region Trier

Drogen-Pizzeria-Prozess: Zwei Geständnisse

FOTO: dpa / Arno Burgi

Trier. Der Hauptangeklagte schweigt — während seine in Trier mitangeklagten beiden Neffen alles einräumen.

Im Prozess um einen der größten Rauschgiftfunde in der Region Trier haben gestern zwei der drei Angeklagten vor dem Trierer Landgericht ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Nur der Hauptangeklagte, ein 40-Jähriger, schweigt weiter. Sein Verteidiger kündigte allerdings an, dass sich der gebürtige Kosovare im Laufe der Hauptverhandlung noch äußern wolle.

In dem Prozess geht es um die illegale Einfuhr von rund 100 Kilogramm Marihuana aus Albanien. Das Rauschgift mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von 700 000 Euro soll in der neben der Trierer Konstantinbasilika gelegenen Pizzeria Te Basilika teilweise portioniert und weiterverkauft worden sein. Das Restaurant wurde bis zur zwangsweisen Schließung von dem Hauptangeklagten betrieben.

Offenbar lief der Laden mit einer großen Außengastronomie mehr schlecht als recht. Im Sommer sei das Geschäft gut gewesen, in der übrigen Zeit dagegen weniger, meinte der mitangeklagte 23-jährige Neffe des Pizzeriabetreibers. Er und ein weiterer Neffe räumten zum Prozessauftakt sämtliche Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Laut ihren Aussagen kamen die Drogen in einem Lkw aus Albanien nach Trier, wurden hier in einem Lagerraum und in einer Garage gekühlt zwischengelagert. Zur Portionierung sei das Rauschgift dann in den Keller der Pizzeria gebracht worden, wo es auf Anweisung des Onkels an Kunden abgegeben worden sei. 93 Kilogramm Marihuana entdeckten die Fahnder bei der Razzia in der Drogengarage, 500 Gramm im Keller der Pizzeria. Der jüngste Angeklagte, ein 21-jähriger Schüler, räumte zum Prozessauftakt ein, aus dem Depot seines Onkels über ein Dutzend Mal Marihuana entnommen und die Drogen mit einem Gewinnaufschlag von rund 30 Prozent weiterverkauft zu haben. Er ist unter Auflagen bereits seit Oktober wieder auf freiem Fuß; der zweite Neffe wurde gestern aus der Untersuchungshaft entlassen. Er muss sich nun alle zwei Tage bei der Polizei melden.

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