Diskussion im Stadtrat

Sterben wird in Blieskastel immer teurer

Auf dem Friedhof in Lautzkirchen sind als Pilotprojekt Urnenrasengräber geplant. FOTO: Erich Schwarz

Blieskastel. Hitzige Diskussionen über die Friedhofsgebühren gab es in der jüngsten Stadtratssitzung in Blieskastel. Es wurden Pilotprojekte vereinbart.

„Das Bestattungswesen und die Frage nach Formen der Bestattung sind Themen, die sehr emotional behandelt werden“, stellt Stadtamtsrat Jens Welsch heraus. Tatsache ist ebenso, dass sich das Bestattungswesen in den letzten Jahren und Jahrzehnten in unserer Region sehr verändert hat. Auch die Stadt Blieskastel hat bereits reagiert und zum Beispiel in Blickweiler die Form der anonymen Bestattung in einem Friedwald sozusagen in das städtische „Bestattungsprogramm“ neu aufgenommen.

Im Dezember 2017 wurden in der damals beschlossenen Friedhofssatzung der Stadt die Grabarten „Rasengräber“ und „Bodendeckergräber“ als neue Grabarten aufgenommen. Die Pflege dieser Grabstätten erfolgt durch die Stadt. Mehrere Beisetzungen seien in dieser Form bereits erfolgt. Ursprünglich sei geplant gewesen, den entstehenden Pflegeaufwand über einen Privatvertrag mit den Nutzungsberechtigten umzulegen. Nun habe sich aber gezeigt, dass die Erhebung einer öffentlich-rechtlichen Gebühr „nach einer Kalkulation nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zweckmäßiger“ sei. Man will Erfahrungen sammeln und auch eine ungefähre Nachfrage ermitteln. Deshalb soll in einem „Pilotprojekt“ die Nachfrage nach Urnenrasengräbern auf den Friedhöfen in Bierbach, Biesingen und Lautzkirchen eruiert werden, zum Sargrasengrab zusätzlich in Bierbach. Für die Gebühr zugrunde gelegt wurde der Aufwand für die Dauer der Ruhezeit von 15 beziehungsweise 25 Jahren. Beim Urnenrasengrab (15 Jahre) ergab die Kostenschätzung rund 13 700 Euro, beim Sargrasengrab (Ruhezeit 25 Jahre) eine Schätzung von rund 5400 Euro.

Und hier setzte dann in der letzten Stadtratssitzung im Blieskasteler Rathaus eine hitzige Diskussion ein. Annette Weinmann (SPD) beklagte, bei einer solchen Gebührenordnung könne man sich „in Blieskastel das Sterben nicht mehr leisten“. Sie nannte Vergleichszahlen aus anderen Kommunen, die weitaus günstiger waren. Aber auch hier wurde seitens der Verwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung darauf hingewiesen, dass bei dem Thema („emotional“) oft keine gesamtkostendeckende Kalkulation vorgenommen werde, die Zahlen also kaum zu Vergleichen herangezogen werden könnten.

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