Bürgermeister-Stichwahl

Hertzler folgt Faber-Wegener im Rathaus

Großer Applaus in der Markthalle, als Blieskastels Gemeindewahlleiter Jens Welsch das Ergebnis bekannt gibt. FOTO: Erich Schwarz

Blieskastel. SPD-Bürgermeisterkandidat lag bei der Stichwahl in Blieskastel am Pfingstsonntag deutlich vor der CDU-Amtsinhaberin.

Bereits vor Monaten hatte Achim Jesel, Stadtverbandsvorsitzender der Blieskasteler SPD, eine „Wechselstimmung“ in Blieskastel ausgemacht, wie er damals im Gespräch mit unserer Zeitung betonte. Er sollte Recht behalten: Seit dem Tag der Stichwahl (Pfingstsonntag) ist klar, dass die Wählerinnen und Wähler in Blieskastel eine Richtungsänderung wollten. War zunächst schon am ersten Wahlabend klar, dass sich die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat zugunsten der SPD verschoben hatten, so steht nun auch ein Wechsel an der Spitze der Verwaltung an. Großer Applaus brandete in der alten Markthalle auf, als der Gemeindewahlleiter, Stadtoberamtsrat Jens Welsch, das vorläufige amtlich Endergebnis verkündete. Bereits kurz nach 18 Uhr hatten sich schon etliche interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Markthalle eingefunden und verfolgten die Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken an der großen Leinwand. Und schon früh zeichnete sich der klare Erfolg von Bernd Hertzler ab. „Es war eigentlich schon zwei Wochen klar, schließlich hatte die amtierende Bürgermeisterin schon damals nur in Pinningen eine Mehrheit erreicht. In allen anderen Wahlbezirken lag Hertzler vorn“, analysierte Guido Freidinger, bisher Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Bernd Hertzler selbst hatte sich während der Verkündung des Ergebnisses schon mit seiner Frau auf der großen Treppe positioniert. Es sei für ihn ein „sehr emotionaler Moment“, er sei „tief gerührt“ ob der Klarheit des Wahlergebnisses. Es war auch ein bisschen Wehmut im Spiel, schließlich müsse er seinen bisherigen Arbeitsplatz bei den Stadtwerken verlassen. „Aber nun freue ich mich auf die neue Herausforderung, die Stadt Blieskastel weiter voranzubringen“, unterstrich Hertzler in einer ersten Ansprache. Und es gab Glückwünsche von allen Seiten, etliche sozialdemokratische Unterstützer waren in die Markthalle gekommen, um bei Hertzlers Triumpf mit dabei zu sein. Stefan Pauluhn, Fraktionschef der Sozialdemokraten im Landtag und Unterbezirksvorsitzender im Saarpfalz-Kreis, sprach von einem „deutlichen Votum der Bürgerschaft“. Achim Jesel war vor allem von der Kampagne der Blieskasteler Sozialdemokraten beeindruckt: „Es hat sich gezeigt, dass die Blieskasteler SPD kämpfen kann. Und es hat sich gelohnt“, so Jesel. Die frühere Mitbewerberin um den Stuhl im Rathaus, Lisa Becker von den Grünen, hatte ebenfalls eine klare „Wechselstimmung“ ausgemacht: „Aber es geht weniger um Personen, es geht um die Inhalte der Politik für Blieskastel“, stellte die Grünen-Politikerin heraus. Guido Freidinger sprach von einem Ergebnis, „das alle Erwartungen übertrifft“. Aber er hatte auch schon in die nahe Zukunft im Blick: „Nun ist es auch wichtig, dass wir im Stadtrat stabile Verhältnisse und Mehrheiten schaffen. Das wird eine dringende Aufgabe sein“, so der bisherige und wahrscheinlich auch zukünftige Fraktionschef der Sozialdemokraten im Stadtrat. Marius Hittinger, früher Stadtratsmitglied bei den Sozialdemokraten und nun sozusagen der „Kopf“ der „Unabhängigen“ im Stadtrat, sprach von einem „klaren Signal“ der Wählerinnen und Wähler. Kurz und knapp hingegen Clemens Lindemann, früherer SPD-Landrat im Kreis: „Schön!“, so sein Statement. Michael Clivot (SPD), zukünftiger Bürgermeister in Gersheim, sprach von einem „tollen Ergebnis“. Er freue sich auf die Zusammenarbeit der nun drei sozialdemokratischen Bürgermeister im Südkreis: „Wir haben ähnliche Vorstellungen und werden sicher gut zusammenarbeiten“, war Clivot überzeugt. Die Noch-Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegner zeigte sich als gute und faire Verliererin, gratulierte Hertzler noch auf der Rathaustreppe und wünschte ihm alles Gute in seinem zukünftigen Amt.

Gebannt sehen Bernd Hertzler (Mitte) mit seiner Frau Christine und Stefan Pauluhn auf die große Leinwand mit den Ergebnissen. FOTO: Erich Schwarz
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