Blieskasteler Schlosskirche

Die Wiedergeburt einer Königin der Klänge

Auf der dunklen Seite der Klänge: Blick aus dem Inneren der Orgel in der Schlosskirche Blieskastel.FOTO: Albert Claus

Blieskastel. Der Fotograf Albèrt Claus hat über ein Jahr die Generalsanierung der Orgel in der Schlosskirche Blieskastel begleitet.

Man könnte diese Geschichte mit der Mühsal beginnen, die es kostete, das Geld für eine grundlegende Sanierung der Orgel in der Blieskasteler Schlosskirche zusammenzubringen. Rund 340 000 Euro. Ohne eine generöse Erbschaft und den rührigen Freundeskreis der Saarpfälzischen Musiktage wäre es wohl kaum möglich gewesen, die Mayer-Orgel aus dem Jahr 1972 wieder so herzurichten, dass sie einem nun fast schöner als zu ihrer Entstehungszeit vorkommt – und technisch für einige Jahrzehnte bestens gerüstet sein sollte. Man könnte aber auch darüber räsonieren, dass ausgerechnet die Renovierungsarbeiten an der einstigen Klosterkirche, die der Stengel-Schüler Peter Reheis 1776 schuf, das Instrument so in Mitleidenschaft zogen, dass eine Sanierung der Orgel unumgänglich wurde.

Man kann sich aber auch einfach daran erfreuen, dass diese herrliche Orgel nun wieder erklingt. „Schöner denn je“, meint jedenfalls der Fotograf Albèrt Claus. Er wohnt quasi in Hörweite zur Kirche. Ansonsten war und ist er viel auf Tour, unterwegs für Reisemagazine, um ferne Schönheit mit der Kamera einzufangen. Dass barocke Juwel vor seiner Haustür zieht den 70-Jährigen aber auch in den Bann. Und als nun die Orgel dort saniert wurde, war Claus zu Stelle – um zu fotografieren. Zunächst eher zufällig, dann immer konsequenter, schließlich verfolgte er über ein Dreivierteljahr hinweg den Ausbau, die Sanierung und die Wiedergeburt dieser Königin der Instrumente.

Und mit jedem Bild, das er machte, jedem Mal, bei dem er den Orgelbauern der Bonner Firma Klais (die auch die Orgel in der Hamburger Elbphilharmonie geschaffen haben) über die Schulter gucken konnte, wuchs seine Faszination. Musik, sagt Claus sei ihm schon immer ein wichtiger Begleiter gewesen, auch wen er selbst kein Instrument spielt. Was aber alles notwendig sei, damit nur ein Orgelton erklingen könne, habe ihn verblüfft. Wie Mechanik, Elektronik, Züge und Pfeifen, Luft, Holz, Metall, Kunststoff und natürlich auch die Kunst des Organisten zusammenwirken müssen, bevor Klang Wirklichkeit werden kann.

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